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Wenn 300 Rollstuhlbasketballer ein Hotel ganz für sich haben News

Das Scandic Hamburg Emporio wird während der WM 2018 zum exklusiven Sportlerheim

Vom 16. bis 26. August 2018 ist Hamburg Gastgeber der Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaft, dem zweitgrößten Event im Behindertensport nach den Paralympics. Das Viersternehotel Scandic Hamburg Emporio beherbergt dann zwei Wochen lang 300 Rollstuhlsportler aus 19 Nationen sowie Trainer und Betreuer unter einem Dach. Ein Rundgang durch das Hotel mit dem Schauspieler Samuel Koch.

Wie schwer es auch heute noch ist, in Deutschland ein wirklich barrierefreies Hotel zu finden, weiß der Schauspieler Samuel Koch aus eigener Erfahrung. Er ist durch seine Gastspiele und Lesungen viel auf Reisen. Am Freitag (10. August) war er im Scandic Hamburg Emporio zu Gast und berichtete anlässlich eines Pressegesprächs, dass es auch in Deutschland immer wieder unliebsame Überraschungen gebe: „Ich erlebe oft, dass man als Rollstuhlfahrer von Hotels zurückgewiesen wird und gesagt wird, wir haben keine barrierefreien Zimmer.“ Mal verfüge selbst ein Hotel mit mehreren Hundert Betten über kein einziges ebenerdiges Badezimmer. Ein anderes Mal stelle sich trotz vorheriger Zusage, dass sogar die Sauna barrierefrei sei, vor Ort heraus, dass ins Hotel mehrere Stufen führten.

135 Punkte-Plan für Barrierefreiheit definiert

Ist es also manchmal schon nicht leicht, einen einzigen Rollstuhlfahrer so selbstverständlich wie jeden anderen Gast unterzubringen, ist das Scandic Hamburg Emporio jetzt rund zwei Wochen lang Gastgeber für 300 Rollstuhlsportler. Trotzdem sagt Verkaufs- und Marketingdirektor Tobias Albert: „Wir sind schon lange auf Gäste im Rollstuhl und mit anderen, oft nicht sichtbaren Behinderungen eingestellt. So ist der Aufwand, uns auf die Sportler im Rollstuhl einzustellen, nicht wesentlich höher als bei anderen internationalen Gruppen, die bei uns zu Gast sind.“

Der Grund: Das Scandic Hamburg Emporio, das vor bald sechs Jahren in Hamburgs City eröffnet wurde, ist von Anfang an unter dem Gesichtspunkt maximaler Barrierefreiheit für Gäste mit besonderen Bedürfnissen geplant worden. Das Haus gehört zur skandinavischen Scandic-Gruppe, die sich als Vorreiter in Sachen Barrierefreiheit versteht. Magnus Berglund, Beauftragter für Barrierefreiheit in der Zentrale, testet die Scandic Hotels anhand seines eigens hierfür entwickelten 135 Punkte-Plans regelmäßig bis ins Detail auf Barrierefreiheit.

Trotzdem bedarf ein so volles Haus mit Gästen, die besondere Bedürfnisse haben und das nicht nur, was die Mobilität betrifft, natürlich vieler Vorbereitungen. Etwa, was die Personalplanung und den Speiseplan betrifft. Auch einige zusätzliche Sensibilisierungstrainings für die Belegschaft wurden durchgeführt. Bei diesen regelmäßigen Trainings sind die Mitarbeiter in Rollstühlen unterwegs und werden mit „Hilfsmitteln“ wie Spezialbrillen oder mit Gewichten beschwerten Ganzkörperanzügen zur Alterssimulation ausgestattet, um einen Eindruck vom Alltagsleben der Gäste zu gewinnen.

Design für alle – viele Gäste profitieren davon

Das europäische Gestaltungskonzept des „Design für Alle“ (DfA) bietet neben gefälliger Optik viele smarte Lösungen, die so selbstverständlich daherkommen, dass sie häufig erst als solche auffallen, wenn sie benötigt werden: zum Beispiel teilweise abgesenkte Tresen und ein Stockhalter an der Rezeption. In den Zimmern sind Haken, Spiegel und Türspione auf zwei Höhen angebracht.

Als erste Gruppe erwartet das Scandic Hamburg Emporio Anfang dieser Woche das japanische Team. Dann geht es Schlag auf Schlag, bis alle Athleten und ihre Begleiter das Haus für sich erobert haben. Die Mitarbeiter seien schon ganz auf die Rollstuhlbasketball-WM eingestellt, sagt Tobias Albert. „Schließlich wollen wir das Ereignis auch emotional mitfeiern.“

(Text: Brigitte Muschiol)

Das Scandic Hamburg Emporio beherbergt alle (!) Teilnehmer der Rollstuhlbasketball-WM

(c) Brigitte Muschiol
Sie stellten das Teamhotel der Rollstuhlbasketball-Teams anlässlich der Weltmeisterschaft vor (v.l.): Tobias Albert (Verkaufs- und Marketingdirektor) Cynthia Wester (Hamburg Tourismus), Anthony Kahlfeldt (WM-Cheforganisator), Schauspieler Samuel Koch und Martin Schenk (Presseverantwortlicher der WM).

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