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Programm Wegbegleiter: Alles, was man nach der Reha wissen möchte Erstversorgung Rollstuhl, News

Hollister und die FGQ Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland bieten Betroffenen alles Wissenswerte für den Start ins neue Leben mit einer Querschnittlähmung an.

Beruf, Partnerschaft, Urlaub, Sex - nach der Reha werden Menschen mit Querschnittlähmung wieder mit einem Alltag konfrontiert, in dem vieles anders ist als zuvor. Das Programm „Wegbegleiter” des Katheterherstellers Hollister und der FGQ Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten stellt Betroffenen Informationen zu den wichtigsten Themen zur Verfügung. MOBITIPP fragte Antonia Karbe, Hollister Marketing Direktorin und FGQ-Vorstand Kevin Schultes, was Nutzer erwartet, die sich dafür anmelden.

MOBITIPP: Frau Karbe, an wen wendet sich das „Programm Wegbegleiter”?

Antonia Karbe: Wir wollen Menschen mit Querschnittslähmung, die sich nach dem Klinikaufenthalt in ihrem neuen Alltag zurechtzufinden, in dem vieles anders funktioniert als zuvor, zwei Jahre lang unterstützen. Aus unserer Erfahrung mit Betroffenen wissen wir, dass nach der Reha, die eine Art geschützter Raum ist, zu Hause viele Fragen auftreten, für die es im eigenen Umfeld oft noch keinen geeigneten Ansprechpartner gibt.

Dabei geht es um Themen wie den Arbeitsplatz, barrierefreies Wohnen, Sport, Reisen, Körperpflege, Blasen- und Darmmanagement. Hier wollen wir den Menschen auf der Basis fachlich fundierter Informationen alles Wissenswerte zur Verfügung stellen.

MOBITIPP: Auf welchem Weg kommen interessierte Betroffene an diese Informationen?

Antonia Karbe: Es ist lediglich eine unkomplizierte Anmeldung auf unserer Webseite www.wegbegleiter-hollister.de erforderlich. Die Informationen sind kostenfrei und nicht an die Nutzung bestimmter Produkte und Marken gebunden. Auch die Peers der FGQ sind wichtige Ansprechpartner, die als Kooperationspartner über den Wegbegleiter informieren.

MOBITIPP: Was hat jemand davon, wenn er sich für das Programm Wegbegleiter anmeldet?

Antonia Karbe: Das Programm beinhaltet mehrere Angebote. Im Zentrum steht das Magazin Wegbegleiter. Über einen Zeitraum von zwei Jahren erhalten die Teilnehmer insgesamt 18 Printausgaben zu den wichtigsten Themen. Die Inhalte und Beiträge stammen sowohl von Fachexperten als auch von Betroffenen aus dem Betroffenenbeirat von Hollister und aus den Reihen der FGQ-Peers. Zudem sind sie von der FGQ geprüft.

Jeder Teilnehmer kann dabei individuelle Schwerpunkte setzen – je nachdem, was ihn am meisten beschäftigt und wo er Unterstützung braucht. Dafür gibt es einen telefonischen Ansprechpartner. Auf Wunsch berät er bei der Auswahl von Informationen aus dem Wissenskompendium des Wegbegleiters und stellt bei Bedarf Kontakte zu anderen Betroffenen und Experten her. In den persönlichen Gesprächen können Nutzer jedes Thema ansprechen und alles fragen.

Wir freuen uns mit der FGQ einen Partner gefunden zu haben, der unsere Mission teilt, das Leben der Menschen, die unsere Produkte verwenden, lebenswerter und würdiger zu gestalten.

MOBITIPP: Herr Schultes, die FGQ kümmert sich seit ihrer Gründung 1981 bundesweit um Menschen mit frischem Querschnitt und ist einer der Hauptansprechpartner zu diesem Thema. Warum unterstützen Sie das Wegbegleiter-Programm?

Kevin Schultes: Unser Ansatz ist, dass selbst Betroffene anderen Betroffenen mit ihrer Erfahrung nach dem Klinikaufenthalt persönlich zur Seite stehen, um sie bei der Eingewöhnung in den Alltag zu beraten. Für diese Art der Beratung von Gleich zu Gleich hat sich inzwischen allgemein der Begriff „Peer Counseling” durchgesetzt, den wir auch für unsere Arbeit nutzen. Als wir das Programm Wegbegleiter kennengelernt haben, haben wir festgestellt, dass sich unsere Angebote ideal ergänzen. Den Teilnehmern bringt die Kooperation zusätzliche Vorteile.

MOBITIPP: Welche sind das genau?

Kevin Schultes: Die FGQ ist als bundesweit organisierter Verband erster Ansprechpartner für das Thema Querschnittlähmung und für die Beratung von Betroffenen für Betroffene. Wir haben hierfür eine organisierte Plattform und ein Netzwerk von mittlerweile über 100 erfahrenen und speziell geschulten Querschnittgelähmten, den Peers, in ganz Deutschland.

Wir arbeiten mit den bundesweit 27 spezialisierten Querschnittkliniken zusammen und sind auch in den Regionen aktiv. Im Idealfall finden Frischverletzte bereits in der Klinik einen Peer, der sie in der Übergangszeit von der Reha in den Alltag mit Tipps und Erfahrungen begleitet. Wer könnte besser beraten, als ein selbst Betroffener, der vielleicht sogar mit einem vergleichbaren Querschnitt lebt und durch sein Beispiel neue Perspektiven auf ein weiterhin erfüllendes Leben eröffnen kann?

Durch die Kooperation erhalten frischverletzte Betroffene die Möglichkeit, alle Informationen zusätzlich mit Hintergrundwissen auch nach Hause zum Nachlesen zu bekommen. Die Peers beantworten Fragen vor Ort, über den Wegbegleiter hat man alles sicher und jederzeit verfügbar für Zuhause.

 

Für das Programm Wegbegleiter kann man sich hier anmelden: www.wegbegleiter-hollister.de

(Text: Brigitte Muschiol)

Wegbegleiter

(c) Hollister

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