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Halle: Endspurt für die „Geschichten, die fehlen“ News

Die Ausstellung im Stadtmuseum Halle (Saale) von und über Menschen mit Beeinträchtigungen läuft noch bis 30. August 2020.

Mit dem Projekt „Geschichten, die fehlen“ will das Stadtmuseum Halle (Saale) das Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen in Ausstellungen und Sammlungen langfristig stärker sichtbar machen. Der aktuellen Sonderausstellung liegt die Idee zugrunde, dass Betroffene das Museum durch eigene Beiträge mitgestalten können. Gezeigt werden Objekte, die sie dem Stadtmuseum zur Verfügung gestellt haben, um ihre Geschichte zu erzählen. Die Ausstellung läuft noch bis 30. August. Danach soll sie an anderen Orten umgesetzt werden.

Stadtmuseen widmen sich meist der historischen und aktuellen Ortsgeschichte, um das Leben ihrer Bürger zu dokumentieren. Die Museen zeigen Gegenstände, Fotos, Videos, Schriftstücke und beherbergen häufig auch verschiedene Sammlungen. Das Leben von Menschen mit Beeinträchtigung kommt dabei allgemein eher am Rande vor. Die Initiatoren des Projekts „Geschichten, die fehlen. Aus dem Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen in Halle“ wollen dies ändern.

„Wir haben uns gefragt, wie Menschen mit Beeinträchtigungen über barrierefreie Zugänge hinaus Eingang ins Museum finden und authentisch sichtbar werden können“, sagt Projektleiterin Elke Arnold.

Umfangreiche Mitwirkung

Zwischen April und August 2019 lud das Stadtmuseum Halle dazu Menschen mit Beeinträchtigung zu Stammtischen und Sprechstunden ein. Dort konnten sie persönliche Dinge vorstellen, die für sie eine Bedeutung haben. Anhand dieser Dinge wurden Ausschnitte aus dem Leben der Menschen erzählt. Die Ausstellung ist weitgehend barrierefrei gestaltet.*)

Die Ausstellung „Geschichten, die fehlen“ wurde Ende November 2019 eröffnet und gliedert sich in einen historischen und einen gegenwartsbezogenen Teil. Unter den Exponaten finden sich zum Beispiel ein Buch, das das Leben eines gehörlosen Mannes auf den Kopf gestellt hat, ein Rollstuhl, der mit seiner Besitzerin um die halbe Welt gereist ist und ein Orden, der zwar für das Scheitern steht, aber dennoch über die Leidenschaft eines blinden Mannes für den Wassersport erzählt. Eine beide Ausstellungsteile verbindende Plattform bietet Raum, sich über Inklusion zu informieren und darüber zu diskutieren.

Projekt geht auf Wanderschaft

Die Ausstellung ist noch bis 30. August 2020 zu sehen. Im Gebäude sind Schutzmasken zu tragen, sofern man nicht von der Tragepflicht befreit ist.

Nach Beendigung der Ausstellung in Halle wird das Projekt auf Wanderschaft gehen. Orte, die daran interessiert sind, an der Realisierung in ihrer Stadt oder Region mitzuwirken, können sich bei Projektleiterin Elke Arnold melden: www.geschichten-die-fehlen.de/kontakt

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Stadtmuseums Halle: www.stadtmuseumhalle.de und auf der Webseite der Ausstellung: www.geschichten-die-fehlen.de

 

*) Informationen zur Barrierefreiheit finden Sie hier: https://www.reisen-fuer-alle.de/stadtmuseum_halle_saale_249.html?action=detail&item_id=2721

Um einen Parkplatz im Hof zu bekommen, ist eine Anmeldung erforderlich unter Tel. Nr. 0345 / 2213030.

(Text: Julia Wagner)

„Geschichten, die fehlen“ im Stadtmuseum Halle

© Elke Arnold
„Geschichten, die fehlen“ im Stadtmuseum Halle gibt einen Einblick in das Leben von Bürgern mit Beeinträchtigung in der Stadt. Sie haben an der Sonderausstellung maßgeblich mitgewirkt. So zum Beispiel die Studentin Pauline Bendt, eine erfolgreiche Rollstuhl-Skaterin.

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