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Goalball-WM vom 3. bis 9. Juni in Malmö News

Deutschland hat die Rolle des Außenseiters abgelegt

2017 jubelten Deutschlands Goalballer überraschend über EM-Silber. Ein historischer Triumph, schließlich war es die erste internationale Medaille eines deutschen Teams seit zehn Jahren und für die Herren sogar der größte Erfolg seit dem WM-Titel 1990. Der zweite Platz bei der EM unterstrich die großartige Entwicklung der vergangenen Jahre. Deutschland hat ein junges Team mit Perspektive – und will den Aufschwung auch bei der Weltmeisterschaft vom 3. bis 9. Juni im schwedischen Malmö fortsetzen.

Goalball ist eine temporeiche Sportart für sehbehinderte und blinde Menschen, bei der zwei Dreier-Teams mit einem Klingelball auf neun Meter breite und 1,30 Meter hohe Tore gegeneinander spielen. Früher war es oft so, dass das deutsche Team Außenseiter war und so manche bittere Klatsche kassierte. Doch das hat sich geändert. 2017 stand die Mannschaft sogar im Finale der EM und gewann Silber. Eine Eintagsfliege war das nicht, inzwischen haben einige gute Leistungen den Aufschwung bestätigt.

Von großen Träumereien halten die deutschen Goalballer jedoch nichts. Natürlich würden sie sich nicht dagegen wehren, bei der WM in Malmö auf einem Platz auf dem Podium zu landen. Denn das würde nicht nur eine Medaille bedeuten, sondern gleichzeitig bereits im ersten Anlauf ein Ticket für die Paralympics in Tokio. Weitere Chancen gibt es bei den World Games sowie bei der Heim-EM in Rostock im Oktober 2019. Doch große Töne passen nicht zur Mentalität dieses Teams, das sich die positive Entwicklung hart erarbeitet hat. Und Michael Feistle, der Center der Nationalmannschaft, weiß: „Wir gehören inzwischen sicherlich zu den guten Goalball-Mannschaften, aber ein schlechtes Spiel kann vieles kaputt machen. Wir wissen ganz genau, dass Erfolg kein Selbstläufer ist. Unser Ziel ist das Erreichen des Viertelfinals, zumal wir eine richtig starke Gruppe erwischt haben.“

Starke Gruppengegner

Gegner in der Achtergruppe in der Vorrunde sind zum Auftakt am 3. Juni die USA, Silbermedaillengewinner bei den Paralympics, gegen die im Viertelfinale Endstation war, die starken Brasilianer, Dritter bei den Spielen in Rio, dazu Kanada, Tschechien, Ägypten, Japan und zum Abschluss der Iran als große Unbekannte. Ein schweres Programm, das das deutsche Team überstehen muss, bevor man sich Gedanken über das Viertelfinale machen kann. „Dafür muss schon alles zusammen passen“, sagt Feistle. Doch die starken Auftritte der jüngeren Vergangenheit haben der Mannschaft Mut und Selbstbewusstsein mit auf den Weg gegeben. Und natürlich hätten Michael Feistle und Co. auch bei der WM nichts dagegen, wenn sie am Finaltag wieder ihre Sporttaschen packen dürften – wohlwissend, dass sie damit schon für die nächste Sensation gesorgt hätten.

 

Die deutsche Goalball-Nationalmannschaft für die WM in Malmö: Michael Feistle (25, Düren, SSG Blista Marburg), Oliver Hörauf (21, Bautzen, BFV Ascota Chemnitz), Thomas Steiger (21, Ellwangen, BVSV Nürnberg), Reno Tiede (28, Rostock, RGC Hansa Rostock), Stefan Hawranke (33, Zittau, SSV Königs Wusterhausen), Felix Rogge (29, Neubrandenburg, BFV Ascota Chemnitz).

Hintergründe zu den Sportlerinnen und Sportlern unserer Deutschen Paralympischen Mannschaft finden Sie unter www.deutsche-paralympische-mannschaft.de

(Text: Volker Neumann)

Rasant: Am 3. Juni startet die Goalball-WM

(c) Oliver Kremer / DBS
Michael Feistle, Center der deutschen Nationalmannschaft, gibt alles für ein gutes Abschneiden bei der WM in Malmö.