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„Bitte knutschen Sie jetzt Ihre(n) Liebste(n)!“ Mutmacher

Iris und Volker Westermann verraten zum Valentinstag das Geheimnis ihrer Liebe

Iris und Volker Westermann, die beide mit der Glasknochenkrankheit leben, gehören zu den bundesweit bekannten Rollstuhlfahrern. Sie setzen sich schon seit Jahren dafür ein, dass Inklusion selbstverständlich wird. Im Sommer feiern Iris und Volker ihren 19. Hochzeitstag. Dabei standen bei ihrer ersten Begegnung die Zeichen noch nicht einmal auf „große Sympathie“.

Das sagt Volker:

Wir ‚kennen‘ uns eigentlich schon aus Kindertagen. Wir waren wohl sieben oder acht Jahre alt, als sich unsere Rolli-Wege das erste Mal kreuzten. Diese Begegnung auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Glasknochen Betroffene war aber natürlich noch lange nicht der Startschuss unserer Liebe. Diese dauert nun schon 23 Jahre an, verheiratet sind wir seit 18 Jahren.

„Ja, es wurde Liebe“

Erst 1995 wuchs das Interesse aneinander. Bis dahin sind wir uns stets aus dem Weg gegangen. Iris fand mich schlichtweg zu arrogant und überheblich und ich hielt sie für ein verwöhntes Töchterlein mit kleinem Schoßhündchen. Doch als wir uns Jahre später am Abend einer Tagung erneut begegneten und das ganz ohne Eltern, keimte plötzlich ein Funke Interesse aneinander auf und kleine Schmetterlinge machten sich auf die Reise in unsere Bäuche. Daraus sollte nun also ‚unsere‘ Liebe werden?! Ja, es wurde Liebe – nach einigen Hürden, denn wir wohnten 400 Kilometer getrennt voneinander.

Doch was ist nun das Geheimnis unserer Ehe? Es ist sicher die Freude an gemeinsamen Leidenschaften wie Reisen oder die wundervolle Arbeitsteilung – ich koche, Iris isst gerne (nein, sie backt auch fantastisch). An manchen Tagen ist es aber auch die Geduld für den anderen und mit sich selbst. Das ist oft harte Arbeit, die sich aber lohnt. Höhen und Tiefen gemeinsam zu erleben und sich dessen bewusst zu sein, könnte der Schlüssel für Ehe- und Liebesglück sein.

„Seid nett zueinander – nicht nur am Valentinstag“

In diesem Sinne – knutschen Sie bitte jetzt Ihre(n) Liebste(n) und nehmen Sie den Valentinstag am 14. Februar als Stichtag für ein wundervolles gemeinsames Jahr! Nett kann man nämlich auch an allen anderen Tagen sein.

 

Das sagt Iris:

Ich kann das, was Volker sagt, voll unterschreiben. Liebe und Beziehung sehe ich als Geschenk. Ein Geschenk ist etwas zum Freuen, zum Erinnern und Wertschätzen. Ein Geheimnis der Liebe ist, sich jeden Tag zu freuen, jemanden an seiner Seite zu haben und sich oft an gute und besondere Momente zu erinnern.

Wie ein Geschenk ist die Liebe des anderen niemals selbstverständlich, sondern immer besonders. Ein echtes Geschenk, wenn jemand für dich da ist, dich unterstützt und stets an deiner Seite steht – so wie Volker für mich.

Wir verbringen nicht nur privat viel Zeit miteinander. Für unsere beruflichen Aktivitäten reisen wir viel. Wenn es irgendwie möglich ist, begleiten wir uns gegenseitig, egal ob nach Hamburg, München oder Kleinkleckersdorf. Wie ein persönlicher Assistent, der dem Hauptakteur den Rücken freihält. Nur mit mehr Liebe :-).

 

 

© Volker Westermann

Mehr über Volker und Iris Westermann und ihre Aktivitäten erfahrt Ihr auf folgenden Webseiten:

www.volkerwestermann.de

www.inklusiv-kochen.de

www.inclutainment-media.de

www.vipcare-online.de

Zum Ehepaar Westermann gehört noch Sushi Westermann, ein Jack Russel-Havaneser-Mädchen, das auf Facebook seine eigene Seite hat: https://www.facebook.com/sushiwestermann/

(Text: Brigitte Muschiol)

Iris und Volker Westermann

Lang, lang ist’s her. Iris und Volker Westermann im Urlaub 2001 © Volker Westermann
Iris und Volker Westermann leben in Heidelberg und sind leidenschaftliche Globetrotter. Beide haben Journalistik studiert. Im Alltag arbeitet das Ehepaar zum Beispiel auch für den gemeinnützigen Verein Inclutainment Media e.V., den es mitbegründet hat. Volker Westermann tritt zudem häufig als Fernsehkoch und Moderator zum Thema „inklusiv kochen“ auf. Iris schreibt an ihrer Doktorarbeit über behinderte Menschen in populären Filmen oder bereitet Seminare für Studierende der Medienwissenschaft in Hamburg vor.

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