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VW T6: Der Rolli Royce Autoumbauten für Rollstuhlfahrer

Der neue VW T6 mit Umbauten für Tetraplegiker im Test

Zwölf Jahre lang war der VW Bus T5 auf dem Markt und hat in dieser Zeit vielen behinderten Autofahrern gute Dienste geleistet. Zum Schluss haben aber doch viele sehnsüchtig auf die neue Version gewartet. Nicht etwa, weil bahnbrechende Neuheiten zu erwarten gewesen wären. Vielmehr hatten viele Rollstuhlfahrer die Hoffnung, dass eine zeitgemäße technische Ausstattung ihnen das Fahren zusätzlich erleichtern würde. Wir haben nachgeschaut, ob der VW T6 die Hoffnungen erfüllt.

Warum der Transporter von VW im Volksmund Bulli genannt wird, weiß niemand so genau. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Abkürzung der beiden Wörter Bus und Lieferwagen, die beide die T-Modelle treffend beschreiben. Insbesondere für Menschen, die viel Platz brauchen, sei es für die Familie oder einen Elektrorollstuhl, ist das eine glückliche Mischung. Seit vielen Jahren ist der Transporter von VW deshalb ein beliebtes Fahrzeug bei behinderten Autofahrern. Weil der T5 aber bereits etwas in die Jahre gekommen war, haben viele Bullifans sehnsüchtig auf das neue Modell gewartet. 2015 hat VW mit dem T6 endlich eine überarbeitete Variante vorgestellt.

Der neue VW T6 sieht seinem Vorgänger auf den ersten Blick ziemlich ähnlich. Er hat nur ein moderates Facelifting bekommen, nach Angaben von Volkswagen aber eine Erneuerungsquote von insgesamt 75 Prozent. Das betrifft in erster Linie die Motoren, die jetzt den EURO5- und EURO6-Normen entsprechen und allesamt über eine Start-Stopp-Automatik verfügen. Auch der Innenraum und dort insbesondere das Armaturenbrett wurden gründlich überarbeitet und modernisiert. In der Ausstattungsvariante Multivan ist das Fahrzeug auf der Höhe der Zeit und bietet dem Fahrer jede Menge Annehmlichkeiten.

Umbaumöglichkeiten bleiben uneingeschränkt erhalten

Für viele behinderte Autofahrer sind das gute Nachrichten, weil die serienmäßigen oder optional erhältlichen Assistenzsysteme das Autofahren einfacher und sicherer machen. Zudem sind dafür keine teuren Nach- oder Umrüstungen erforderlich. Unser Testfahrzeug war zum Beispiel mit der automatischen Distanzregelung ACC ausgestattet. Diese passt die Geschwindigkeit automatisch der des vorausfahrenden Fahrzeugs an und hält dabei den vom Fahrer vorgegebenen Abstand. Die eingestellte Geschwindigkeit wird dabei nicht überschritten.

Foto: Kadomo

Unser Testfahrzeug hatte einen Umbau von Kadomo für einen Tetraplagiker

Zur automatischen Distanzregelung ACC gehört automatisch das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion dazu. Mittels eines Radarsystems hilft es bei erkannten kritischen Abstandssituationen, den Anhalteweg zu verkürzen. Es warnt den Fahrer optisch und akustisch vor Gefahrensituationen sowie mit einem Bremsruck. Das ist natürlich für jeden Autofahrer sehr praktisch, für Menschen mit eingeschränkter Motorik ist es ein wahrer Segen. Auch unserer Testfahrer, ein Tetraplegiker, war von den neuen Assistenzsystemen sichtlich begeistert. „Megastark“, lautet sein ebenso schlichter wie eindeutiger Kommentar.

Heckklappe jetzt auch elektrisch bedienbar

War die Seitentür des VW Bulli schon beim T5 elektrisch bedienbar, kann man diese Funktion jetzt auch für die Heckklappe bestellen. Damit gehört das Ziehen und Zerren an Gurten zum Schließen der Heckklappe der Vergangenheit an. Allerdings kann die Schließfunktion leider nicht über den Schlüssel aktiviert werden, sodass der Vorteil insbesondere für Rollstuhlfahrer zum Teil wieder verpufft. Weil der T6 ein komplett neues Abgassystem bekommen hat, mussten einige Lifte, die unter dem Fahrzeug angebracht werden, entsprechend angepasst werden. Darauf waren die meisten Umrüster aber vorbereitet, bevor der erste T6 überhaupt ausgeliefert worden war.

So oder so bietet der neue Transporter wieder ganz viel Platz. Selbst Nutzer der meisten gängigen Elektrorollstühle können ganz bequem in das Fahrzeug rollen und dort entweder selbst oder mit-fahren. Weil dafür keine Umbauten an der Karosserie nötig sind, bleibt die volle Herstellergarantie erhalten und das Fahrzeug kann von jeder VW-Werkstatt gewartet werden. Außerdem bleiben dadurch die Umbaukosten deutlich niedriger als bei Fahrzeugen, deren Karosserie eigens für den Rollstuhlgebrauch aufgeschnitten und verändert wird. Sind bei solchen Fahrzeugen Lieferzeiten von einem halben Jahr die Regel, ist auch hier der T6 deutlich schneller.

Auch für anspruchsvolle Anpassungen bestens geeignet

Trotz der geballten Technik im neuen T6 können weiterhin alle Handbedienungen und Fahrhilfen eingebaut werden, zum Beispiel auch ein Gasring. Auch die Lenkung ist weiterhin modifizierbar und kann auf jede individuelle Anforderung angepasst werden. Für Menschen mit eingeschränkter Hand-/Armfunktion ist das ein wichtiges Kriterium. In der Basisausstattung ist der Multivan mit Automatikgetriebe ab etwa 40.000 Euro zu haben, allerdings landet man mit einigen Extras auch schnell bei mehr als 60.000 Euro.

(Text: Jörg Schmidt)

Fazit:

Obwohl der T6 eigentlich nur ein überarbeiteter T5 ist, ist er für Rollstuhlfahrer deutlich attraktiver geworden. Die ohnehin vielen guten Voraussetzungen werden nun noch durch einige sinnvolle Assistenzsysteme und die elektrische Heckklappe ergänzt. Damit bietet der T6 schon ab Werk sehr gute Voraussetzungen für Rollstuhlfahrer, die in anderen Fahrzeugen aufwendig um- oder nachgerüstet werden müssen.

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Der neue VW T6 mit Tetraplegiker-Umbau

Foto: Kadomo
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