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Gewichtstherapie für mehr innere Ruhe Kinder - selbstständig mobil (I + II)

Ungewöhnliche Therapie mit Sand verspricht neue Erfolgsaussichten

Vor allem bei Menschen mit geringem Muskeltonus und Wahrnehmungsstörungen stoßen herkömmliche Therapien oft an ihre Grenzen. Inzwischen hat sich eine Therapie zum Geheimtipp gemausert, die erstaunlich einfach ist, vielen Menschen aber trotzdem verblüffend gut hilft: die Gewichtstherapie. Wissenschaftliche Belege für ihre Wirkungsweise gibt es indes nicht. Eine Spurensuche.

„Wer heilt, hat recht“, lautet ein altes Sprichwort, das vor allem von der Alternativmedizin gerne bemüht wird. Allerdings stammt es aus einer Zeit, in der die medizinische Versorgung Glückssache war. Viele Jahrhunderte lang war es gefährlicher zum Arzt zu gehen, als mit einer Krankheit einfach zu Hause zu bleiben. Heute sind medizinische und therapeutische Maßnahmen in der Regel erst dann anerkannt, wenn sie wissenschaftlich belegt sind. Dazu müssen aufwendige und langjährige Studien mit einer breiten Patientenbasis vorliegen.

Solche Studien gibt es für die Sandtherapie nicht. Das liege daran, so Jürgen Pastorino, einem der Vorreiter und Verfechter der Sandtherapie, dass die „sensorische Integration“ bis heute nicht ausreichend von der Schulmedizin behandelt werde. Aber es gibt Erfahrungsberichte zahl-reicher Patienten, Ärzte und Therapeuten aus über 15 Jahren, die von positiven Effekten der Sandtherapie (oder besser Gewichtstherapie) handeln. So wurde die Wirkung der Sandtherapie 2007 in Zusammenarbeit mit dem DRK-Schul- und Therapiezentrum Raisdorf und unter Leitung von Arvid Spiekermann in einer sechsmonatigen Erprobungsphase umfangreich getestet und ihre Erfolge dokumentiert. Negative Wirkungen zeigten sich indes nicht und sind bis heute nicht bekannt.

Schon in vielen Kliniken in Europa im Einsatz

Obwohl – bei vorsichtiger Anwendung – das Schlimmste ist, was bei der Sandtherapie passieren kann, dass sie dem Patienten nicht gefällt, bleiben die Anbieter vorsichtig und verweisen aus rechtlichen Gründen auf die fehlende wissenschaftliche Basis. Gleichwohl können Interessenten entsprechende Produkte uneingeschränkt kaufen, und viele anerkannte Therapieeinrichtungen in Deutschland, Holland, Dänemark, Finnland und der Schweiz wenden die Gewichtstherapie bereits täglich an. Dahinter steht aber stets die individuelle Entscheidung und Verantwortung jedes einzelnen Anwenders.

(c) Beluga Healthcare

Das Prinzip der Gewichtstherapie ist auf den ersten Blick denkbar einfach: Die Anwender bekommen in Form einer Decke, Weste oder eines anderen Accessoires, das mit Sand gefüllt ist, ein zusätzliches Gewicht, das auf ihren Körper einwirkt. Wo und in welchem Umfang dies geschieht, muss in jedem Einzelfall sorgfältig entschieden werden. Grundsätzlich gilt bei der Gewichtstherapie die Strategie der kleinen Schritte: Mit wenig Gewicht und in kurzen Zeitintervallen wird geschaut, ob die Therapie etwas bewirkt oder nicht. Gegebenenfalls können die Einheiten dann langsam gesteigert werden. Manchmal brauchen die Anwender auch eine Weile, um sich an die Therapie zu gewöhnen.

Erste Erfolge schon vor über 16 Jahren

Selbst bei Menschen, die zunächst jeden Körperkontakt ablehnen, haben sich erstaunliche Erfolge eingestellt. Das erste Mal wurde Jürgen Pastorino vor mehr als 16 Jahren eher zufällig Zeuge eines solchen Erfolgs. Ein Physiotherapeut hatte bei Jürgen Pastorino angefragt, ob er ihm eine sandgefüllte Weste für eine Therapie anfertigen könne. „Der Kopf des kleinen Patienten war zur Seite geneigt, mit offenem Mund und gezeigter Zunge. Nach der sechswöchigen Therapie war der Kopf gerade, der Mund geschlossen und der Junge versuchte, zu sprechen. Diese Fortschritte haben mich überzeugt.“

Seitdem haben sich viele Kinderärzte, Therapeuten und Anwender ausgetauscht, ihr Wissen und ihre Erfahrungen eingebracht, um diese Therapie zu verfeinern. Jürgen Pastorino hat dabei sein Wissen aus dem Textilbereich eingebracht. So sind zahlreiche Produkte entstanden, die fast alle aus einem hochwertigen Abstandsgewirke gefertigt sind. Dieses zeichnet sich durch eine hohe Robustheit aus, die Oberfläche ist aber gleichzeitig glatt und geschmeidig. Vor allem drückt aber der Sand nur mittelbar auf den Körper.

Breites Einsatzspektrum

Wie im Fall von Jürgen Pastorinos erstem Kunden hat die Gewichtstherapie auf viele Menschen, insbesondere Kinder, eine ganz enorme Wirkung. Sie werden ruhiger, aufmerksamer und können sich besser auf ihre Umwelt fokussieren. Manchmal reichen dazu schon drei Einheiten à 20 Minuten mit einer Sandweste oder –decke pro Tag aus. Das Einsatzspektrum umfasst dabei viele Krankheiten beziehungsweise Symptome: ADS, ADHS, Unterfunktion im Stirnhirn, geringes Durchhaltevermögen, motorische Unruhe, leichte Ablenkbarkeit, Downsyndrom und einige mehr.

Warum das so ist, daran forscht Jürgen Pastorino seit seinem ersten Erlebnis mit den Sandwesten. Er hat dazu eine ausführliche Theorie entwickelt, die er in Seminaren und Vorträgen vermittelt. Aber das ist alles – wie bereits angemerkt – graue Theorie, denn einen wissenschaftlichen Nachweis für die Wirkungsweise und die Wirksamkeit der Gewichtstherapie gibt es bisher nicht. Für die meisten Eltern zählt am Ende alleine die Erkenntnis: Wer heilt, hat recht.

(Text: Volker Neumann)

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Neuer Ansatz: die Gewichtstherapie

Wissenschaftlich ist ihr Erfolg noch nicht belegt, aber vielen Kindern hilft sie: die Gewichtstherapie. Mit Westen oder Decken, die mit Sand gefüllt sind, bekommen die Kinder ein neues Körpergefühl.
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