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VW Sportsvan: Gut kombiniert Autoumbauten für Rollstuhlfahrer

Der VW Sportsvan mit Werksumbauten im Test

Aktive Rollstuhlfahrer können heutzutage beinahe jedes beliebige Auto fahren. Doch sportlicher Touch und ein ausreichendes Platzangebot schließen einander oft aus und machen Kompromisse nötig. Der neue VW Sportsvan ist angetreten, um diese Lücke zu schließen. MOBITIPP hat getestet, ob der sportliche Van diesem Anspruch gerecht wird.

Wer die Autonachrichten nicht ständig in der Presse verfolgt, hat es heutzutage schwer, den aktuellen Entwicklungen zu folgen. Immer neue Modelle und sogar Klassen (wie zum Beispiel vor ein paar Jahren die SUV) werden in den Markt geworfen, da kann man schon mal den Überblick verlieren. Auch der VW Sportsvan trug zu dieser Verwirrung bei, denn ein Modell mit diesem Namen hat es beim Wolfburger Autobauer bis 2014 nicht gegeben. Dabei ist der Sportsvan im Grunde ein alter Bekannter, der bis zu seiner Umbenennung als Golf Plus über die Straßen rollte.

Wohin die Reise gehen soll, macht der Name auf den ersten Blick deutlich. „Sportsvan“ schafft eine Verbindung zwischen zwei Fahrzeugtypen, die eigentlich nicht unmittelbar zusammengehören. Damit will VW das etwas angestaubte Image des Golf Plus hinter sich lassen und die wesentlichen Eigenschaften dieses Modells schon mit seiner Bezeichnung herausstellen. Dementsprechend wurde nicht nur der Name überarbeitet, sondern das gesamte Fahrzeug. Die Karosserie bekam ein Facelifting, und die Technik wurde auf den neuesten Stand gebracht. Satte 13 Zentimeter länger und fünf Zentimeter breiter ist der Sportsvan als sein Vorgänger.

Höhere Sitzposition hilft auch beim Transfer

Den Van-Anteil sieht man dem Neuen von VW von außen trotzdem nicht an. Die Karosserie ist etwas kantiger als beim Golf Plus, aber durchaus noch schnittig. Optisch reiht sich der Sportsvan eher in die Golf-, also Kompaktklasse als in die der Vans ein. Dadurch wird der sportliche Anteil des Fahrzeugs betont. Rollstuhlfahrer profitieren doppelt davon. Zum einen fahren sie ein ganz normales Auto, das nicht auf den ersten Blick als typisches Behindertenmobil wahrgenommen wird. Zum anderen bietet der Sportsvan einen großzügigen Innenraum und eine gegenüber dem VW Golf um sechs Zentimeter erhöhte Sitzposition. Das Umsetzen vom Rollstuhl auf den Fahrer- (oder Beifahrer-)Sitz gelingt deshalb umso leichter und macht im einen oder anderen Fall den Einsatz von Hilfsmitteln überflüssig.

Testfahrer Roman Pott im VW SportsvanAuch unser Testfahrer Roman Pott weiß die erhöhte Sitzposition zu schätzen. Als unabhängiger und langjähriger Trainer und Berater für behindertengerechte Fahrzeugumbauten weiß er, dass der Einstieg ins Auto ein wichtiges Kriterium für individuelle Mobilität ist. „In diesem Punkt sollte man keine Kompromisse eingehen“, rät der Experte. Dank des großzügigen Innenraums ist auch das selbstständige Verladen des Rollstuhls über den Schoß hinweg auf den Beifahrersitz problemlos möglich. Die lichte Höhe im Fahrzeug ist enorm, sodass sogar sehr groß gewachsene Menschen noch bequem und aufrecht sitzen konnte.

Genug Platz für Familie und Hobbys

Im von uns getesteten Modell liefen wir ohnehin nicht Gefahr, mit dem Rollstuhl den Himmel zu zerkratzen, da es mit einem Panoramadach ausgestattet war. Das ist schick und schafft eine helle Atmosphäre im Innenraum. Da auch alle übrigen Fenster sehr großzügig gestaltet sind, bietet der Sportsvan eine gute Rundum-Sicht. Eine Einparkhilfe ist deshalb nicht unbedingt nötig. Unser Testfahrzeug war indes mit einer Rückfahrkamera und einem Parksensor ausgestattet, sodass das Einparken einfach und sicher vonstattenging.

Der Innenraum des Sportsvan ist an Variabilität kaum zu überbieten. Die Rückbank kann um bis zu 18 Zentimeter verschoben werden, sodass wahlweise im Fond oder im Kofferraum mehr Platz vorhanden ist. Mit maximal 590 Litern Volumen bietet der Kofferraum auch für das Handbike oder sonstige Hilfsmittel ausreichend Platz. Sollte es dennoch einmal nicht reichen, kann die Rückbank umgeklappt werden, sodass ein Ladevolumen von über 1.500 Litern entsteht. Das ist weit mehr, als einige Mittelklassekombis zu bieten haben. Damit Rollstuhlfahrer diesen Platz auch alleine bequem nutzen können, hat VW sich eine pfiffige Lösung ausgedacht: An der Heckklappe ist ein Gurt montiert, der sich unten im Kofferraum selbst aufrollt (wie bei einem Sicherheitsgurt). Somit kann man den Gurt an jeder beliebigen Stelle greifen und damit die Heckklappe nach unten ziehen.

Fahrspaß pur bei ausreichender Motorisierung

Auch bei der Motorisierung und dem Fahrwerk wird der Sportsvan seinem Namen gerecht – jedenfalls mit dem von uns getesteten 2.0 TDI Motor mit 110 kW (150 PS). Klar, einem Sportwagen macht man mit diesem Auto keine Konkurrenz, aber der Motor beschleunigt das Fahrzeug zügig und ruckelfrei. Auch für Überholvorgänge und eine volle Beladung bietet dieser Motor noch ausreichend Reserven. Ähnliches dürfte für den 1.4 TSI Benzinmotor gelten, der ebenfalls 150 PS auf die Straße bringt. Weniger sportlich dürfte es bei den Motorvarianten zugehen, die weniger PS haben. Insbesondere die 86 PS-Variante ist wohl eher für Fahrer gedacht, die die enorme Deckenhöhe des Sportsvan nutzen, um ihren Hut anzubehalten.

Unser Testfahrzeug war mit einem serienmäßigen Automatikgetriebe, der bewährten Handbedienung Veigel Classic und einer manuellen Umlenkung des Scheibenwischerhebels ausgestattet. Außerdem konnte (zu Demonstrationszwecken) mit wenigen Handgriffen ein Linksgas installiert werden. Die Qualität dieser werkseitigen Umrüstungen steht außer Frage und hat sich tausendfach bewährt. Der Sportsvan bietet durch sein großzügiges Raumangebot ideale Voraussetzungen für viele Umbauten, weil deren zusätzlicher Platzbedarf umso weniger ins Gewicht fällt. Auch der etwas höhere Preis des Fahrzeugs lässt sich etwas leichter verschmerzen, wenn man in den Genuss des 15prozentigen Preisnachlasses kommt, den VW vielen behinderten Menschen unter bestimmten Bedingungen gewährt.

(Text: Volker Neumann)

Fazit:

Der Sportsvan von VW macht seinem Namen alle Ehre und bietet eine gute Mischung aus sportlichem Fahren und reichlich Platz. Selbstfahrer haben im Sportsvan viele Möglichkeiten Ihren Rollstuhl zu verladen. Gleichzeitig bleibt noch genügend Raum für die Familie, das Hobby oder den Sport. Damit es wirklich sportlich zugeht, sollte man allerdings nicht die kleinste Motorisierung wählen.

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Volkswagen Golf Sportsvan

Foto: Volkswagen AG
Volkswagen AG
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Internet: www.volkswagen.de

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