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Anna Schaffelhuber: Ausnahmetalent im Monoskibob Mutmacher

Die gebürtige Regensburgerin Anna Schaffelhuber nimmt bei den Paralympics 2018 in Südkorea in fünf Disziplinen teil.

Mit fünfmal Gold für Deutschland waren die Paralympics 2014 im russischen Sotchi „ihre“ Spiele. Im März 2018 steht Anna Schaffelhuber, die inzwischen mit kompletter Querschnittlähmung lebt, im südkoreanischen Pyeongchang wieder bei fünf Wettkämpfen im Monoskibob am Start. Wir haben uns nach ihren Trainingsvorbereitungen erkundigt.

MOBITIPP: Frau Schaffelhuber, wie läuft so ein Trainingstag für die Winter-Paralympics 2018 für Sie im Allgemeinen ab?

Anna Schaffelhuber: Jetzt in der Wintersaison bin ich seit knapp drei Monaten wieder im Schnee. Grundsätzlich sind wir immer ungefähr sechs bis sieben Tage an einem Trainingsort, dann wieder etwa vier Tage daheim. Das wird jetzt Richtung Weltcups immer intensiver.

Der erste Weltcup steht Anfang Dezember in Österreich und in der Schweiz an. In der Regel stehe ich so um 5:30 Uhr auf, fahre auf den Berg. Dort trainiere ich dann bis etwa 13 Uhr auf dem Schnee. Dann geht‘s wieder runter und zum Hotel. Nach einer Stunde Pause habe ich dann noch etwa eine Stunde Kondition- oder Krafttraining. Der restliche Tag ist mit Physiotherapie, Videoanalyse mit den Trainern, Besprechung mit dem Skitechniker sowie anderen Besprechungen gefüllt.

MOBITIPP: Und zu Hause?

Anna Schaffelhuber: An den Tagen zu Hause steht zum einen Regeneration an, aber auch jeden Tag Kondition- oder Krafttraining. Das trainiere ich überwiegend am Sportcampus der TU München. Und dann ist da noch die Uni…

MOBITIPP: Was macht die Paralympischen Spiele zu etwas Besonderem?

Anna Schaffelhuber: Einfach der ganze Flair drum herum und dass es nur alle vier Jahre ist. Die Aufmerksamkeit, medial oder auch vom Umfeld, ist viel größer und somit ist auch der Stellenwert gleich ein ganz anderer.

MOBITIPP: Welche Ziele haben Sie in Pyeongchang vor Augen?

(c) www.panzenberger.com

Anna Schaffelhuber: Mein Ziel ist, in Pyeongchang Gold zu gewinnen. Ich möchte fünf Mal am Start stehen und fünf Mal alles versuchen, um nach ganz vorne zu kommen. Einfach meine beste Leistung zeigen und die Trainingsleistung abrufen. Wie oft oder was am Ende rauskommt, sehe ich dann, wenn ich unten angekommen bin.

MOBITIPP: Was machen Sie als Wintersportathletin eigentlich im Sommer?

Anna Schaffelhuber: Im Sommer trainiere ich sehr viel Kraft und Kondition, überwiegend am Sportcampus der TU München. Das steht so gut wie jeden Tag an. Der Spruch „Wintersportler werden im Sommer gemacht.“ ist somit durchaus wahr!

Ansonsten bin ich sehr viel an der Ludwig-Maximilians-Universität  München. Ich studiere dort Lehramt für Mathematik, Wirtschaft und Recht. Ich versuche im Sommer immer so viel wie möglich zu schaffen, um dann im Winter etwas freier zu sein. Was ich wann mache, stand bei mir somit schon ab dem ersten Semester fest.

Im letzten Februar habe ich das Examen in Erziehungswissenschaften abgelegt. Jetzt fehlt nur noch das Examen in meinen Unterrichtsfächern, das ich dann nach den Spielen angehen werde.

 

Aktuelle Infos von Anna Schaffelhuber findet ihr immer auf ihrer Facebookseite: www.facebook.com/schaffelhuber

(Text: Brigitte Muschiol)

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Paralympicshoffnung Anna Schaffelhuber

(c) www.panzenberger.com
Erfolgreich und sympathisch: Die Monoskibobfahrerin Anna Schaffelhuber scheint auf Gold abonniert zu sein. Doch für ihre Ziele trainiert sie hart und bleibt cool. Sie sagt: „Ich gebe mein Bestes, und wenn ich unten bin, sehe ich, wofür es gereicht hat.“